Deutsche diskriminieren mehrheitlich Muslime.
Der Kommentator des Kölner Stadtanzeigers, Herr Markus Decker, kommt nach der Veröffentlichung des Bericht des Expertenrates zur Muslimfeindlichkeit zu dem Schluss, dass es keines Beauftragten für Muslime bedarf. Auch der Ostbeauftragte der Bundesregierung hätte nicht erreichen können, dass Ostdeutsche sich nicht diskriminiert fühlen.
Eine Erkenntnis, die in aller Deutlichkeit unterstützt werden kann. Es bedarf konkreten Handelns und nicht stetiger Verwaltungsausdehnung.
Aber wie konnte es denn dazu kommen?
Deutschland entwickelt sich rasant zu einem Land, dass Kirchen und Religionen kritisch gegenübersteht. Nur noch wesentlich weniger als 50% der Bevölkerung gehören einer Kirche an, Tendenz stetig sinkend!
In diesem Umfeld tun sich alle Religionen schwer, vor allem wenn sie sich in der öffentlichen Wahrnehmung auch noch als aggressive Religionen darstellen.
Wer hat schon jemals etwas über Diskriminierung von Buddhisten gehört? Wer hat den Dalai Lama schon einmal mit einer Kalaschnikow oder Bombe abgebildet gesehen?
Solange sich die Repräsentanten von Religionen als Kinder- und Menschenschinder, Menschenverachter, Kriegstreiber, Rassisten, Demagogen, Lügner und Betrüger – also als Kriminelle – darstellen und/oder mit solchen gemeinsame Sache machen, werden die dahinter stehenden Religionen in Deutschland bestimmt nicht positiv Konnotiert.
Wenn sich dann eine Privatperson durch sein äußeres Erscheinungsbild und seinem Auftreten einer solchen Religionsgemeinschaft zugehörig zeigt, ist es nicht verwunderlich a priori ebenfalls negativ Konnotiert zu werden?
Zur Verdeutlichung: Wenn ich mit meinem Motorrad und entsprechender Kluft vorfahre, werde ich nicht als der Mensch wahrgenommen der in der Kluft steckt, sondern als das was ich offensichtlich repräsentiere, nämlich als ein zugehöriger der Motorradfahrerzunft und schlimmstenfalls als Rocker(-symphatisant).
Wenn ich das nicht will, muss ich mich anders kleiden und auftreten und auch anders reden! Eigentlich ganz einfach!
Denn … Vorurteile sind tief im menschlichen Denken verankert und haben seit Menschengedenken sehr oft das Überleben gesichert.
Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft ist im heutigen Deutschland nicht mehr von sich aus positiv besetzt. Das müssen Zureisende und religionsangehörige Bürger akzeptieren!
Deutschland entwickelt sich, Woelki und Gott sei Dank, immer mehr zu einem säkularen Staat, in dem Religionen zunehmend eine Randerscheinung darstellen werden.
Wir sind aber noch nicht am Ziel!
In 2022 sind aber bereits über 520.000 Mitglieder der katholischen Kirche ausgetreten. Aus der evangelischen nochmals ca. 300.000.
Es bedarf jetzt deutlicher Zeichen der Politik, um dem gesellschaftlichen Wandel genüge zu tun. Die pekuniäre und intellektuelle Trennung von Kirche und Staat muss rasch und strikt vollzogen werden. Auf keinen Fall dürfen kirchliche Privilegien auch noch auf andere Religionsgemeinschaften ausgeweitet werden. In gleichen Zug müssen die Kirchen hinter die Mauern ihrer Tempel zurückgedrängt werden. Religion muss eine reine Privatsache werden! Auch wenn es ggf. einer Überarbeitung der Verfassung bedarf!
Es kann dann jedem egal sein, ob jemand in seinem Heim einen Elefanten, einen gehörnten Satan oder jemanden mit Dornenkrone oder Turban anbetet.
Wenn sich kein Putin, kein IS oder oder anderer Kriegstreiber mehr populistisch auf eine Religion berufen kann, weil es niemanden mehr interessiert, und Religionen niemanden mehr indoktrinieren, erledigen sich diese Diskriminierungen irgendwann von selbst.
Da das aber kurzfristig und weltweit eher illusorisch ist, kann der denkende Mensch nur an sich selbst arbeiten und sich von kriminellen Machenschaften in Erscheinung, Verhalten und Schrift, Bild und Wort aktiv distanzieren!
Meine Religion(-slosigkeit) ist meine Privatsache und für Andere eigentlich vollkommen uninteressant! Eigentlich!
Es sei denn, man möchte eigentlich nur mal wieder einen neuen Betroffenheitstopf aufmachen und etwas herumklagen!
