Nur noch 9% der Deutschen vertrauen der katholischen Kirche
Die Geburtsjahrgänge 1930-1950 werden in nicht mehr all zu großer Zukunft nicht mehr unter uns sein und ihre Kinder und Kindeskinder brauchen auf ihre „restgläubien“ Eltern keine Rücksicht mehr zu nehmen.
Sie werden den Austritts aus der Kirche vollziehen.
Der nächste Schwung an Kirchenaustritten in massiver Form wird also definitiv kommen.
Dann sind es keine 9% mehr, welche der katholischen Kirche (noch) vertraut, sondern es werden (wenn überhaupt) 1% der Gesellschaft sein, welche dieser Kirche vertrauen schenken wird.
Aus den Befunden der Umfrage schließen die Autoren, dass man heute bei Kirchenfernen oder Ausgetretenen weniger als früher von einer religiösen Indifferenz zu sprechen habe als vielmehr von einer „religiösen Entfremdung“. Die sei „so groß geworden, dass Religion als etwas kulturell Fremdes und damit als eine Bedrohung der eigenen Identität empfunden wird“. Daraus wird in der Untersuchung abgeleitet, dass man es jedenfalls in Deutschland und Mitteleuropa mit einem breiten Trend zum Abschied nicht einfach von den Kirchen, sondern von der Religiosität als solcher zu tun habe. Die im Text gezogenen Folgerungen aus dieser Säkularisierungsthese haben es in sich: „Kirchliches Handeln kann auf der Basis empirischer Daten nicht mehr davon ausgehen, dass Religiosität eine anthropologische Konstante ist, die nicht zurückgehen könne.“
Der letzte Platz sei der Kirche gewiss.
Diesen Platz hat sie sich redlich verdient.
https://www.domradio.de/artikel/kommentar-des-chefredakteurs-zur-neuen-kirchenstudie
