Der „Erdüberlastungstag 2025“
und die Blindheit der Menschen
Heute, am 24.07.2025, „feiern“ wir den Erdüberlastungstag 2025 und schon wieder eine Woche früher als im Vorjahr.
Rein rechnerisch haben wir heute die regenerierbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr bereits verbraucht. Wir würden 1,8 Erden benötigen, um unseren Hunger auf Ressourcen befriedigen zu können. Das das auf Dauer nicht gut gehen kann, müsste eigentlich jedem einleuchten, der nicht in Behandlung gehört! Aber auch da haben wir keine Chance, denn es gibt bereits jetzt zu wenige Psychotherapeuten, Psychologen usw., um die Menschen mit Realitätsverlust zu behandeln.
Wer heute die Tageszeitung aufgeschlagen hat, reibt sich die Augen. Vor uns baut sich das größte Desaster auf, wird groß und breit beschrieben und beklagt. Umweltorganisationen warnen, der Internationale Gerichtshof fällt ein Grundsatzurteil zu Gunsten der leidtragenden von Umweltkatastrophen und landauf und -ab reiht sich ein Umwelt- und Klimadesaster an das andere, aber … außer Lamentieren passiert in Politik, Verwaltung und Gesellschaft nicht viel.
Steingärten sprießen aus den Vorgärten während Bäume fallen, Arten sterben aus während neue Müllhalden entstehen, alles düst in den Sommerferien gen Süden während auf Sizilien 50 Grad im Schatten mit etlichen Toten erwartet werden. Umwelt, Klimawandel und menschlichem Verhalten führt auf den Philippinen zum Absinken ganzer Städte. In Teilen des Großraums Manila ist das Tempo besorgniserregend – das Leben dort wird allmählich unmöglich. Perspektivisch sind Millionen Menschen betroffen.
Aber auch in Köln sind die Vorboten des Desasters angekommen. Starkregen, zeitweise überlastete Abwassersysteme und auf der anderen Seite anhaltende Dürre, absinken des Grundwassers und der Flusspegel, Überhitzung der Städte in Verbindung mit Übersterblichkeiten, das Aussterben der blütenbestäubenden Insekten und bodennützlichen Tierarten bereiten Informierten insgesamt mehr Sorgen, als es der Deutsche Michel gerne hätte.
Alles das in wenigen Ausgaben des Kölner StadtAnzeigers aneinandergereiht.
Der Raubbau an der Natur verschlimmert sich immer mehr. Mahner gab und gibt es genug. Spätestens seit Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wissen wir, was uns widerfahren wird. Nicht zuletzt Hoimar von Ditfurth, der Club of Rome u.V.m. warnen seit über 50 Jahren vor den Folgen unseres Tuns. Allen Zweiflern und Schönrednern zum Trotz sind die verheerenden Vorhersagen eingetroffen und oft sogar wesentlich Schlimmeres. Wenn man die heute gemessenen Verhältnisse interpoliert (z.B. die von Dr. Benecke zusammengetragen wurden), sind die Ergebnisse für die Menschheit … selbstzerstörerisch.
„Mit unserem ökologischen Fußabdruck sind wir bei unserem Planeten Erde bereits so tief verschuldet, dass zukünftige Generationen dafür teuer bezahlen werden“, warnte die Umweltorganisation WWF. Eine Katastrophe sei damit bereits „langfristig programmiert“.
Der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) begrüßte vor diesem Hintergrund, dass die Bundesregierung die Kreislaufwirtschaft weiter voranbringen wolle. Allerdings reiche „ein bisschen mehr Recycling“ hier nicht aus. Vielmehr müsse die Ressourcenverschwendung gestoppt werden. Der BUND fordert dafür „einen rechtlichen Rahmen zur Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs“.
Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, den Verbrauch von Ressourcen zu verringern. Auf ein Ressourcenschutzgesetz ist Deutschland, Europa und die gesamte Welt aber weiter entfernt als je. Im Gegenteil manche Gesetze werden bereits aus unverantwortlicher Profitgier wieder zurückgenommen (z.B. Lieferkettengesetz), anstatt zumindest europaweit auszurollen.
Deutschland und andere Industrieländer beuten die Ressourcen der Erde maßlos aus und verursachen dadurch eine Umweltkatastrophe nach der anderen. Artensterben, Klimakatastrophe, Verseuchung des Grundwassers, Ansteigen der Meeresspiegel gehen auf unser Konto, während viele Länder des globalen Südens wenig bis nichts dazu beitragen, aber die Folgen von Klimawandel und Ressourcenknappheit am stärksten zu spüren bekommen.
Ein starkes Wort des Internationalen Gerichtshofs (IGH) ist ertönt. Das höchste Gericht der Welt erkennt den Klimawandel als „universelles Risiko“ für alle Nationen an und erklärt, alle Länder seien verpflichtet, die Klimakrise zu verhindern. Gleichzeitig fordert der IGH von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen höchste Ambitionen beim Erreichen des 1,5-Grad-Ziels (das wir bereits verantwortungslos gerissen haben). Und noch ein wegweisendes Motiv enthält das Gutachten des Gerichtshofs in Den Haag: Verträge über die Ozeane, die biologische Vielfalt oder den Ozonabbau sind genauso relevant wie die völkerrechtliche Pflicht, erhebliche Schäden am Klima und an der Umwelt zu unterbinden.
Allerdings ist das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs rechtlich nicht bindend. Das heißt, es bleibt am Ende nur ein Appell an die Länder und an ihre globale Verantwortung. Die Staaten können das Urteil des Gerichts ignorieren. Und selbst wenn alle Länder die Autorität des IGH anerkennen würden – mit Gutachten und Urteilen allein kann kein Gericht dieser Welt den Klimawandel aufhalten. Vor allem nicht, wenn Russland, die USA, China kriegsführende Nationen und Urwaldzerstörer sich einen Kehricht darum kümmern.
(Quelle: u.a. Kölner StadtAnzeiger vom 24.07.2025)
