Gesellschaft

Abschied aus „X“

… oder „Meine Grenzen der Toleranz“!

Ich bin raus! Elon Musk und seine Gesinnungsgenossen haben es übertrieben. Ich will hiermit (m)ein Statement setzen.

Ich habe mich nach meiner Zurruhesetzung aufgemacht die Sozialen Medien für mich und meine Gedankenwelt zu erobern. Meine bis dahin oftmals ignorierten Leserbriefe und Beiträge in den Printmedien haben nicht dazu beigetragen, dass ich mich und meine Meinung wahrgenommen fühlte.
Ich wollte etwas bewirken. So, wie ich es während meiner aktiven beruflichen Zeit auch immer wollte und meistens auch erreicht habe.
Ich habe damals gelernt, dass man zunächst mit Gleichgesinnten Allianzen bilden muss, dann aber die, die eine andere Meinung vertreten überzeugen muss. Dazu bedarf es eines guten Timings, guter Argumente und einer exelenten Vorbereitung. Auch ohne Durchhaltevermögen und dem Willen sein Ziel zu erreichen geht es kaum. Ohne eine gute Taktik ist das aber alles nichts. Die größten Erfolge habe ich erzielt, wenn ich meine Vorstellungen den Entscheidungsträgern so unterbreitet habe, dass Sie der Meinung waren eigentlich selbst diese Gedanken entwickelt zu haben, oder zumindest, dass Sie am Entwicklungsprozess der Ideen maßgeblich beteiligt gewesen waren.

Eine ausgeprägte Toleranz für andere Ideen, Umwege und sogenannte Unmöglichkeiten ist immer Teil des Ganzen gewesen. Irgendwann muss man aber auch einsehen, dass eine noch so gute oder ehrenvolle Idee ein „toter Hund“ ist und davon Abstand nehmen können.

Aber das hat alles dort seine Grenzen, wo man sich mit den Zielen des Betriebes nicht mehr ausreichend identifizieren kann. Es gibt für alle Prozesse den Leitsatz:
„Change ist, love it or leave it!“
Anders gesagt: „Was man nicht ändern kann muss man hinnehmen. Kann man das nicht ertragen, muss man das Team verlassen.“

Im Fall „X“ ist das jetzt so. Es macht zwar wenig Sinn denen, die „X“ verlassen haben zu predigen, dass „X“, Elon Musk & Co unmöglich sind, aber es gibt Grenzen der Toleranz. Die ist mit der offenen Wahlempfehlung von Musk für die AfD und der schleimigen Anbiederung der FDP endgültig erreicht. Von den dämlichen Kommentaren der Fan-Gemeinschaft mal ganz abgesehen!

Dieses Denken begünstigt die Schaffung entmenschlichter Sündenböcke – eines der ältesten und beständigsten Merkmale jeder Verschwörungstheorie. Bis über das Mittelalter hinaus beschimpften politische und religiöse Führer ihre Gegner regelmäßig als „Antichrist“. Während der Kreuzzüge beschuldigten Christen die jüdischen Gemeinden Europas fälschlicher-weise, mit dem Islam zu kollaborieren oder Brunnen zu vergiften – und töteten sie mit dem Schwert. Hexenjäger bezichtigten zehntausende unschuldiger Frauen einer angeblichen satanischen Verschwörung, die alles erklären sollte, von Krankheiten bis hin zu Ernteausfällen. „Verschwörungstheorien sind letztlich weniger eine Erklärung von Ereignissen als vielmehr ein Versuch, Schuld zuzuweisen“, folgert die Autorin Anna Merlan.

Wer unsere Demokratie schützen will muss Elon Musk und seinen Speichelleckern den Hahn für die Weiterverbreitung dieses Unsinns abdrehen und „X“ den Rücken kehren. Es drängt sich mir die Frage auf, wer eigentlich schlimmer ist, der bekennende Anti-Demokrat oder der Schleimbeutel, der unter dem Mäntelchen des BRD-Demokraten dem Demagogen sein Gesäß zu geflissentlichen Bedienung hinhält?

Man kann und sollte diese Kräfte von außen torpedieren.

Und … unsere Demokratie lebt nach wie vor von der Beteiligung Einzelner, die sich dann in Summe zu Bewegungen addieren und nur so zu demokratisch-gesellschaftlichen oder -politischen Entscheidungen führen.
Deshalb zählt jedes Votum beim „X“-Austritt ebenso, wie bei allen Wahlen und anderen Beteiligungsverfahren.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!