Gesellschaft und Politik

Deutschland – Quo vadis?

Beim Lesen der heutigen Ausgabe der Tageszeitung (Kölner Stadtanzeiger vom 23.06.2023) ist mir aufgefallen, dass zwei unterschiedliche Artikel das gleiche Problem aus unterschiedlicher Sicht beschreiben.
Einerseits gibt es immer weniger qualifiziertes Personal für Ausbildung und Beruf und andererseits wollen die Babyboomer immer früher in den Ruhestand.
Das Resultat ist der aktuelle Arbeitskräftemangel.

Oberste Maxime für beide Personengruppen scheint die Work-Life-Balance zu sein, wobei der Komponente „Life“ immer mehr Stellenwert zukommt.
Ein weiterer Faktor drängt sich auf, dass dadurch immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Erwerb ausscheiden und offensichtlich immer weniger genügend qualifizierter Nachwuchs hinzu kommt.

Aber … was geschieht, um dem entgegenzuwirken?
Wer kann nicht nachvollziehen, dass ältere Menschen bereits dann in den Ruhestand gehen, wenn sie die gesetzliche Möglichkeit haben und bereits ausreichend finanziell abgesichert sind?
Wer kann nicht nachvollziehen, dass jüngere Menschen das Leben in vollen Zügen genießen wollen und den Weg des geringsten Widerstandes gehen, um einen Schulabschluss zu erreichen, der ihrer Meinung nach geeignet ist ihren Lebensentwurf zu untermauern?

Aber … irgendeiner muss doch das Geld verdienen und in die Sozialkassen einzahlen, dass die ganzen „Frührentner“ für ein auskömmliches Leben benötigen und darüberhinaus auch noch den Staat am Laufen halten.
Die gängige Meinung „Ich habe lange genug eingezahlt!“ unterstellt, dass dieses Geld irgendwo verfügbar herumliegt. Das ist aber nicht der Fall. Die vielen erwerbstätigen Babyboomer haben in den vergangenen Jahren den wenigen Nachkriegsrentnern den Ruhestand finanziert und Lust auf Mehr gemacht. Jetzt sollen die wenigen Kinder aus den nachfolgenden Kleinfamilien die große Zahl der frühverrententen Babyboomer finanzieren. Zusätzlich belasten viele systemfremde, aber sozial und politisch gewollte Leistungsausweitungen das Rentensystem.
Das überfordert sehr schnell das bestehende Rentensystem mit dem dahinter stehenden Generationenvertrag! Um zu dieser Einsicht zu gelangen muss man keine Mathematik studiert haben.
Sicher ist auf jeden Fall, dass das auf jeden Fall hochqualifizierte junge Menschen besser könnten, als die mit mangelnden Schulabschlüssen und anschließendem Geringverdiener-Dasein.

Es sei die Frage erlaubt, ob der moderne Sozialstaat hier nicht versagt. Werden hier nicht Fehlanreize gesetzt und durch die jeweils an der Regierung beteiligten Parteien populistische Möglichkeiten eröffnet, die bei Inanspruchnahme ein unerwünschtes Ergebnis liefern?
Der soziale Sprengstoff von morgen wurde hier schon einmal aufgebaut und die Zündschnur parat gelegt, denn der Abbau von „Privilegien“ ist immer ein Auslöser von Unmut oder sogar Zorn und ganz schnell Nährboden für Extremismus (siehe AfD).

Wir brauchen also hochmotivierte und gut bezahlte Mitarbeitende in den meisten Bereichen der Wirtschaft. Hierzu muss die Lust am Lernen gefördert und ein gewisses Leistungsniveau eingefordert werden. Wir dürfen keinen Schüler verlieren, aber auch keine höher Begabten unter Wert ausbilden, weil der Klassendurchschnitt und der Gleichschritt es scheinbar erfordern. Wer denkt, dass alle Menschen gleiche Begabungen und somit letztendlich auch gleiche Chancen hätten, verschließt die Augen vor der Realität und ist Totengräber unserer wirtschaftlichen Existenz!
Es darf nicht länger verpönt werden, Wissens- und Leistungseliten angemessen zu fördern! Genauso wenig darf es ein Makel sein, länger an einem Lernerfolg arbeiten zu müssen! Aber keiner darf den anderen daran hindern seiner Begabung entsprechend gefördert zu werden.
Vor allem darf das Vermögen der Eltern ihre Kinder zu fördern, nicht Maßstab für den Erfolg der Kinder sein!
Der derzeitige fahrlässige staatlich mitgetragene Umgang mit den Potentialen unserer Kinder, ist nich länger zu verantworten!

Ebenso muss die Finanzierung der Altersgelder in Frage gestellt werden. Wer viel verdient, hat meist auch eine entsprechende Förderung durch die Gesellschaft (pekuniär oder auch ideell) erhalten und sollte dann auch entsprechend zu deren wirtschaftlichen Wohlergehen beitragen. Wenn wir uns auf den Weg in eine automatisierte Welt befinden, dann sollte es vorrangig um Wertschöpfung und Wirtschaftskraft gehen und nicht mehr nur um Lohn, Gehalt und Vermögen.

Dabei muss der Erfolg einer Maßnahme der Maßstab jedes staatlichen Eingriffs in die Schatulle der Bürger sein und nicht eine Ideologie.
Der Staat muss sich im Gegenzug optimieren. Hier sei nur das Beispiel der KFZ-Besteuerung genannt. Was für ein Irrsinn aus dem vorherigen Jahrtausend, den Hubraum eines Autos zu besteuern. In der heutigen Zeit kann es doch nur noch um Ressourcenverbrauch gehen.
Also weg mit der KFZ-Steuer und rauf mit der Kraftstoffsteuer. Dann muss auch mal egal sein, dass das Eine ggf. eine Bundes- und das Andere eine Landessteuer ist. Schon allein der Effizienzgewinn in der Steuerverwaltung durch die Zusammenlegung der Steuerarten schreit nach der Umsetzung dieser Maßnahme und ganz nebenbei täte man uns beim Umweltschutz und der Kostenverteilung der Straßenfinanzierung auf ausländische Straßenbenutzer einen großen Gefallen.

Wir dürfen uns nicht selber im Weg stehen. Die notwendigen Bereinigungen von staatlichem Handeln und privatem Nutzen müssen umgehend in die Wege geleitet werden!
Eine zeitangemessene Auslegung des Satzes: „Frage nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern frage, was Du für den Staat tun kannst!“, entbehrt nicht einer gewissen Ehrlichkeit, denn der Staat ist keine Kuh, die im Himmel weidet und auf der Erde gemolken wird.

Wer soll unseren Staat, mitsamt seinen Aufgaben in der Sicherheit, Daseinsvorsorge und Lebensqualität finanzieren, wenn nicht wir alle? Jeder nach seinem Vermögen!
Das gilt vor allem bei den gewaltigen Herausforderungen der heutigen Zeit. Wir sprechen da über Kriege, Hungersnöte, Wasserknappheit, der Endlichkeit unserer Ressourcen und vor allem von der Klimakatastrophe. Um diese riesigen Herausforderungen zu bewältigen, benötigen wir alle Mittel die uns zur Verfügung stehen.

Der unverantwortliche Umgang mit der Gewalt, Ausbeutung, Ungleichbehandlung und Ressourcenvergeudung muss unbedingt und mit aller Macht Einhalt geboten werden