Gesellschaft und Politik

Gleiches, dass nicht gleich ist!

Menschen sind gleichberechtigt, dass macht sie aber noch lange nicht gleich!
Das Gegenteil ist der meistens Fall!


Unsere Demokratie fußt auf dem Gleicheitsgrundsatz, der im Grundgesetz verankert ist. Aber ist das im Leben wirklich so?
Wer genau hinschaut erkennt bald:
Recht haben und Recht bekommen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.
Meist bekommt der Recht, der seine Ansprüche vor der Judikative und Exekutiver rechtlich fundiert und nachvollziehbar darstellen kann. Das gelingt oft dem am Besten, der die besten Anwälte hat. Oder einfacher gesagt, dem der mehr Geld hat.
Das ist beklagenswert!

Aber wie ist das denn mit der Gleichheit im täglichen Leben? Sind wir wirklich gleich? Was heißt überhaupt „gleich“ und in welchem Zusammenhang muss man sich ggf. von dem Gedanken verabschieden?

In neuerer Zeit stellt sich heraus, dass es z.B. medizinisch gesehen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Es war eine Fehlentscheidung mit enormer Auswirkung, Medikamente nur an männlichen Versuchstieren und -personen auszutesten. Man wollte in den Versuchsreihen Verzerrungen der Ergebnisse durch regelbasierende Hormonschwankungen der weiblichen Teilnehmer ausschließen. Schaden, denn Medikamente und Behandlungen wirken auf Männer und Frauen noch neuesten Erkenntnissen sehr oft recht unterschiedlich.
Und jetzt!

Ungleichheit gilt in unserer Zeit als Inbegriff der Ungerechtigkeit. Sie soll durch Ausgleichshandlungen des Staates und/oder der Gesellschaft und darüber hinaus auch sehr oft durch steuerfinanzierte Transferleistungen ausgeglichen werden.

Aber … Ungleichheit ist so etwas wie ein Naturgesetz.
Solange sich etwas gleicht, aber nicht das Selbe ist, gibt es Unterschiede. Kein Stein, keine Pflanze, kein Tier und kein Mensch ist gleich einem anderen, maximal ähnlich. Der Molekulare Aufbau von Materie und die Genome sind immer unterschiedlich! Sonst wäre z.B. die eindeutige Identifizierung von Menschen über Fingerabdrücke nicht möglich. Selbst in standardisierten Abläufen hergestellte Güter sind nicht nicht gleich. Es gibt immer Abweichungen innerhalb der akzeptierten Toleranzen.

Wir leben in einer Welt voller Unikate!

Und dann kommt die Sozialisierung der Individuen hinzu. Es kommt darauf an, wo, wann und in welche Gesellschaft man geboren wird. Das gilt für Flora und Fauna – und somit auch für denMenschen – in ähnlicher Weise.
Wohl dem, der in einer freien Gesellschaft lebt, aber selbst hier regiert die Ungleichheit. Mancher ist alleinstehend/verheiratet, wohlhabend/arm, gebildet/ungebildet, beruflich erfolgreich oder nicht, glücklich/vergrämt, fleißig/faul usw.
Nicht jeder kann Manager, Künstler oder Athlet werden. Die meisten Menschen sind auf Grund ihrer Herkunft, Bildung, Begabung oder Förderung eher dem „Fußvolk“ zuzurechnen und gehören in Folge dessen nicht zur „Elite“ und können deren Privilegien nicht nutzen.
Ob man das mag oder nicht, es hat, abgesehen von Utopien, noch keine praktikable Gesellschaftsform gegeben, die diese Diskrepanzen erfolgreich überbrückt hätte.
Alle Religionen nehmen für sich in Anspruch die einzig wahre zu sein. Aber wenn alle Götter gleich sind …? Kommen wir dann alle in den Himmel, weil es sowieso egal ist oder in die Hölle, weil wir alle falsch gelegen haben. Was für ein Gedrängel … oder passiert gar nichts? Dann wären endlich alle gleich!
Aber nehmen wir mal an es gäbe einen Staat, in dem alles gleichgestellt wäre oder Ungleiches gesellschaftlich ausgeglichen würde.
Selbst Sport und Wissenschaft leben doch vom Wettbewerb. Olympiade und Nobelpreis würden keinen Sinn machen, wenn Unterschiede planmäßig ausgeglichen würden.
Der schnellere Läufer bekäme ein so großes Handicap, dass er maximal so schnell wäre wie der langsamste. Der erste Wissenschaftler, der eine neue Errungenschaft erforscht hätte, müsste diese zurückhalten, bis auch der letzte zur gleichen Erkenntnis gelangt wäre.
Auch der Wettbewerb um die beste Staatengemeinschaft wäre am Ende. Wer sollte die Verfassung eines auf Gleichheit abzielenden Staates erarbeiten? Sollten es die denkenden Eliten sein, wäre die Gleichheit per Verfassung eine Farce.
Leider kommt noch ein weiteres Phänomen hinzu. Sehr viele Dinge verdrehen sich von Gut zu Schlecht, sobald sie zum Massengeschäft mutieren. Der Umwelt ist es z.B. vollkommen egal, ob Herr Neckermann nach Mallorca fliegt. Es wird erst zum totalen Desaster, wenn alle mit Neckermann dorthin fliegen.

Geht es vielen vielleicht um die Mär des Schlaraffenlandes, in dem Milch und Honig, unabhängig von der individuellen Leistung, für jedermann fließen. Pieter Bruegel hat das in einem Bild festgehalten, auf dem es nicht nur lustig zugeht!


Das entbindet uns in keiner Weise von der Pflicht, uns dafür einzusetzen, dass alle Menschen und Tiere ein möglichst würdiges Leben in einer lebenswerten Umwelt führen können.

Ein steiniger Weg, der aber beschritten werden muss.
Es bleibt zu bedenken, dass die notwendigen Ressourcen erwirtschaftet werden müssen um Helfen zu können. Es nutzt dem Verunglückten wenig, wenn der Retter auf dem Weg zum Opfer selber verunglückt oder mit leeren Händen vor ihm steht.
Es geht aber wohl kein Weg daran vorbei, dass auch der Retter Opfer bringen muss! Jeder aus dem Rettungsdienst kann das bestätigen!